Haltung & Verantwortung
Naturfotografie bedeutet für mich, besondere Momente festzuhalten, ohne dafür die Situation zu verändern, die sie entstehen lässt.
Die Kamera eröffnet Möglichkeiten, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Tiere und Lebensräume dürfen nicht zu bloßen Mitteln für ein Bild werden.
Diese Haltung prägt meine Arbeit in der Naturfotografie und im Film. Sie zeigt sich in der Art, wie ich mich einem Motiv nähere, welche Eingriffe ich vermeide und wann ich bewusst auf eine Aufnahme verzichte.
Auch im Alltag versuche ich, Verantwortung durch konkrete Entscheidungen zu übernehmen. Dabei geht es mir nicht um perfekte Lösungen oder große Versprechen, sondern um Maßnahmen, die sich tatsächlich umsetzen lassen.
Distanz und Geduld
Nicht jedes Motiv lässt sich aus nächster Nähe fotografieren. Ich respektiere die Fluchtdistanz und das Verhalten der Tiere und warte lieber auf einen passenden Moment, als eine Begegnung zu erzwingen.
Wenn sich ein Tier durch meine Anwesenheit erkennbar gestört fühlt, hat das Tier Vorrang vor dem Bild.
Keine Lockmittel für Wildtieraufnahmen
Bei meinen Wildtieraufnahmen verzichte ich auf Futter und andere Lockmittel, um Tiere gezielt für ein Foto anzulocken. Mir ist wichtig, natürliche Verhaltensweisen zu beobachten und festzuhalten, statt sie für die Kamera herbeizuführen.
Davon zu unterscheiden ist die bewusste Fütterung von Vögeln im eigenen Garten, insbesondere während der Wintermonate. Sie ist eine separate Praxis und kein Mittel, um Wildtiere für meine fotografischen Aufnahmen zu manipulieren.
Sensible Fundorte bleiben geschützt
Die genauen Fundorte seltener oder gefährdeter Arten veröffentliche ich nicht, wenn dadurch zusätzliche Störungen entstehen könnten.
Nicht jede Information muss öffentlich zugänglich sein. Manchmal bedeutet verantwortungsvolles Teilen auch, bewusst auf Details zu verzichten.
Verantwortung zeigt sich auch im Alltag.
Nachhaltigkeit ist für mich kein einzelnes Projekt, sondern eine Frage vieler konkreter Entscheidungen. Einige davon betreffen die Energieversorgung meines Büros, andere die Auswahl von Partnern für Printprodukte und digitale Dienstleistungen.
Energieversorgung
Seit 2023 betreibe ich mein Büro mit Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage. Überschüssigen Strom speise ich ins Netz ein. Ein Batteriespeicher unterstützt mich dabei, den selbst erzeugten Strom besser zu nutzen.
Für die Wärmeversorgung setze ich bereits seit 2011 eine Wärmepumpe ein.
Strom, den ich nicht selbst produziere, beziehe ich nach wie vor von einem heimischen Anbieter, dessen Tarif auf 100 Prozent Ökostrom ausgerichtet ist.
Printprodukte
Bei Postern, Fine-Art-Prints, Kalendern und anderen Printprodukten achte ich auf Partner, die nachvollziehbare Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.
Entscheidend sind dabei die tatsächlichen Eigenschaften der angebotenen Produkte und Herstellungsprozesse. Welche Kriterien im Einzelfall relevant sind, hängt vom jeweiligen Produkt und Anbieter ab.
Keine großen Versprechen
Diese Maßnahmen sind konkrete Bestandteile meines Alltags. Sie ersetzen keine umfassende Umweltbilanz und machen meine Arbeit nicht automatisch klimaneutral.
Ich möchte vielmehr dort ansetzen, wo ich selbst Entscheidungen treffen kann, und die Angaben auf dieser Seite nachvollziehbar und aktuell halten.
Verantwortung beginnt vor der eigenen Haustür.
Seit mehreren Jahren bin ich Pächter eines rund zwei Kilometer langen Bachabschnitts.
Ich kümmere mich um diesen Bereich und entferne beispielsweise regelmäßig Müll, der nach Hochwasserereignissen angeschwemmt wurde. Damit möchte ich dazu beitragen, den Bach und seine Uferbereiche als Lebensraum zu erhalten.
Das Engagement ist bewusst lokal. Es geht nicht darum, eine große Naturschutzleistung zu behaupten, sondern einen konkreten Ort nicht sich selbst zu überlassen.
Der Bach ist für mich zugleich ein persönlicher Bezugspunkt und eine Erinnerung daran, dass Natur nicht nur aus Motiven besteht, die wir fotografieren. Sie ist ein Lebensraum, mit dem wir auch außerhalb unserer eigenen Interessen verbunden sind.